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Evangelikale und Lutheraner würdigen

Reformationsgedenken in Lund

Evangelische Allianz: Der Papst versteht Luther besser als mancher Protestant

Kirche in Lund/Schweden, Foto: picture-alliance/AP Photo/idea

Lund (idea) – Führende Vertreter der Weltweiten Evangelischen Allianz und der lutherischen Kirchen in Deutschland haben das gemeinsame Reformationsgedenken des Lutherischen Weltbundes (LWB) und der römisch-katholischen Kirche am 31. Oktober im südschwedischen Lund gewürdigt. Bei dem Treffen wurde dazu aufgerufen, den ökumenischen Dialog zu verstärken, sich über den Weg zu einem gemeinsamen Abendmahl zu verständigen und Hindernisse zur vollen Einheit zu beseitigen. Papst Franziskus und der Präsident des LWB, Munib Younan (Jerusalem), unterzeichneten eine Gemeinsame Erklärung. Darin äußern beide Seiten ihre Dankbarkeit für die „geistlichen und theologischen Gaben“, die man durch die Reformation empfangen habe. Sie verpflichten sich, gemeinsam Gottes barmherzige Gnade zu bezeugen, die im gekreuzigten und auferstandenen Christus sichtbar geworden sei. Wie der stellvertretende Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Thomas Schirrmacher (Bonn), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea erklärte, hat es in Lund trotz mancher Unkenrufe im Vorfeld „auch nicht andeutungsweise“ einen Ausverkauf der Reformation gegeben. Die Kernanliegen Luthers, das „Allein aus Gnade“ wie sein Ruf zur Reform, seien von allen als wegweisend gewürdigt worden. Der Papst habe deutlich gemacht, dass man Vergebung und Barmherzigkeit allein in Jesus Christus erlange. Schirrmacher: „Ich wünschte, das wäre heute Gemeingut aller Protestanten.“ Der Papst sei zutiefst davon überzeugt, dass die christliche Botschaft und der Heilige Geist die nötige Durchschlagskraft hätten, „die Kirchen langfristig zu einer größeren Einheit zurückzuführen und jeden Christen zu befähigen, in einer sterbenden Welt das Heil und die Hoffnung in Christus persönlich zu bezeugen“.
Catholica-Beauftragter der VELKD: Ein Ereignis von historischem Rang
Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), bezeichnete das Reformationsgedenken in Lund als historisches Ereignis. Papst Franziskus habe in seiner Predigt den Beitrag der Reformation für die Gemeinschaft und das Wirken der Christenheit in der Welt hervorgehoben, schreibt Manzke in einem Kommentar für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Nach seinen Worten wäre es „vor 50 oder 20 Jahren undenkbar gewesen“, aus dem Mund des römischen Bischofs eine Würdigung der Reformation zu hören. Der intensive und vertrauensvolle lutherisch-katholische Dialog habe diesen Weg vom Konflikt zur Gemeinschaft möglich gemacht. Manzke ist überzeugt: „An die Begegnung in Lund am Reformationstag 2016 wird auch in vielen Jahren noch erinnert werden als ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gemeinschaft zwischen Lutheranern und Katholiken, ja zwischen den reformatorischen Kirchen und der katholischen Kirche.“ Zur VELKD gehören sieben Landeskirchen mit rund 9,5 Millionen Mitgliedern.
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